Klimaanpassung sichert Wirtschaft

Wie das Green Team Wirtschaft zukunftssicher macht

08.09.2026 // Wirtschaftsforum Papenburg

Warum ist Klimaanpassung für die Wirtschaft so interessant?

Durch den Klimawandel treten Hitzewellen, Starkregenereignisse und Dürreperioden häufiger und intensiver auf, auch in Papenburg. Dies birgt Risiken für Mensch und Umwelt, aber auch für die Infrastruktur und Wirtschaftsleistung.

Dürreperioden mindern Ernteerträge in der Landwirtschaft. Hitzeperioden schränken die Produktivität von Mitarbeitenden ein, führen zu einem erhöhten Krankheitsaufkommenund können, ebenso wie Überflutungen durch Starkregen zu Produktionsstopps von Maschinen führen. Allgemein wird die Wirtschaft durch gestörte Lieferketten gehemmt und Versicherungen belastet.

In Deutschland kommen bis 2050 volkswirtschaftliche Kosten von bis zu 920 Milliarden Euro zu. Dabei gilt, je effektiver wir Klimaschutz und Klimaanpassung betreiben, desto weniger Kosten entstehen für uns langfristig.


Wie das Green Team hilft

Kommunen sind für die Gestaltung und Instandhaltung ihres öffentlichen Raums verantwortlich und müssen dazu beitragen, dass Europa bis 2050 klimaneutral wird. Oft ist es leider so, dass nicht beides miteinander verbunden wird. Nachdem beispielsweise Straßen für Kanalisationsarbeiten geöffnet wurden, werden sie auf die gleiche Weise wieder verschlossen und so eine perfekte Gelegenheit, Klimaanpassungsmaßnahmen wie Versickerung oder Begrünung umzusetzen, verpasst. Genau dort setzt das Green Team Projekt an.

Das Green Team Projekt findet im Rahmen des Interreg North Sea VI B Förderprogramms von 2024 bis 2027 statt. Inhalt ist die Stärkung des fachbereichsübergreifenden Austauschs in Kommunalverwaltungen zum Thema Klimaanpassung. Außerdem werden eine blau-grüne Investitionsplanung entworfen und ein internationales Lernnetzwerk aufgebaut. Projektpartner sind dabei die Technische Universität Dortmund, die bereits auf über 10 Jahre Erfahrung in der Unterstützung von Kommunen beim Thema Klimaanpassung hat. Außerdem ist der Landkreis Emsland genauso wie Papenburg eine Leuchtturmkommune, wodurch der interkommunale Austausch gefördert wird. Internationale Partner sind in den Niederlanden die Gemeinde Middelburg und in Belgien die Gemeinde Putte. Beide länglich geprägte Gemeinden und besonders Papenburg und Middelburg verbinden die maritimen Gemeinsamkeiten mit Hafen und Schiffbau. Alle Kommunen stehen vor ähnlichen Problemen, in denen man sich gemeinsam unterstützen kann. So kann beispielsweise durch die lange Erfahrung der Niederländer beim Thema Wassermanagement profitiert werden. Prozesse, die in anderen Kommunen funktionieren, können übernommen werden und aus Fehlern, die gemacht wurden, können die anderen Kommunen lernen.

In der Papenburger Verwaltung hat sich aus dieser Arbeitsgruppe aus dem im September 2023 begonnenen Prozess der Erstellung des Klimaanpassungskonzepts abgeleitet. Da das Konzept in bereits bestehende Konzepte und Strukturen integriert werden sollte, ist die fachbereichsübergreifende Arbeitsgruppe in regelmäßigen Treffen zusammengekommen, um über den Fortschritt des Konzeptes zu diskutieren und sämtliche Belange zu berücksichtigen.

Nachdem das Konzept abgeschlossen wurde, geht es nun in die Umsetzung. Dazu bleibt nicht nur ein Klimaanpassungsmanagement für mindestens weitere drei Jahre gefördert in der Verwaltung bestehen, sondern es wurden Arbeitsgruppen gebildet, um die Themen strategisch und effizient zu bearbeiten. Eine dieser AGs widmet sich der Klimaanpassung in Gewerbegebieten.

 

Nur gemeinsam stark

Gemeinsam mit lokalen Firmen wurden bisher sowohl Betroffenheiten vor Ort besichtigt, aber auch zum Thema Gebäudebegrünung weitergebildet, um bei Problemen und Lösungen auf dem neuesten Stand zu sein. Ziele der AG sind zum einen die Beratung von Firmen zum Thema Klimaanpassung, sei es zum Thema Förderungoder auch bei der Planung von Maßnahmen. Zum anderen sollen zukünftige Gewerbegebiete im Vorhinein bereits klimaresilient geplant werden. Eine clevere Durchgrünung, um Hitzestaus zu vermeiden und Retention von Regenwasser zu ermöglichen, hilft dabei, die Betriebe zu entlasten und zukunftsweisend aufzustellen. Dabei ist eine frühe Beteiligung der Stakeholder nötig, um der Wirtschaft nicht im Weg zu stehen, sondern sie zu unterstützen. Die Bürgerbeteiligung wurde bereits im Klimaanpassungskonzept gelebt und soll dies auch weiterhin in Bezug auf die Wirtschaft leben.

Es geht weniger um große Visionen als um pragmatische Entscheidungen: Risiken erkennen, Prozesse anpassen und Investitionen dort tätigen, wo sie langfristige Stabilität sichern. Dabei entstehen durchaus auch neue Möglichkeiten – ob durch effizientere Abläufe, robuste Lieferketten oder innovative Dienstleistungen. Entscheidend ist, Klimafolgen nicht zu ignorieren, sondern sie realistisch in die wirtschaftliche Praxis einzubeziehen. So bleibt Klimaanpassung vor allem eines: ein kontinuierlicher Prozess, der Unternehmen hilft, verlässlich in die Zukunft zu schauen.